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Schauspiel
von David Hare

Zum 2. Mal auf Tournee!

Regie:
Ulrike Maack

Ausstattung:
Lars Peter

Mit
Peter Striebeck,
Marion Mitterhammer,
Benjamin Kernen, Jacob Weigert, Dominique Siassia  

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Wechselbäder der Gefühle
Wird Philip es bereuen, seine Verlobte Nadia, eine ehemalige Kriegsreporterin, seinem Vater Oliver vorgestellt zu haben? Denn Oliver brilliert nicht nur in politischen Diskussionen, sondern auch seine Anziehungskraft macht ihn gefährlich. Politisch wach und hellhörig, wie kaum ein anderer zeitgenössischer Autor verteidigt Hare, der Meister des geschliffenen Dialogs, seit Jahren seine Position an der Spitze der international renommierten Dramatiker.

Szenenfoto mit Peter StriebeckInhalt
Nadia, Dozentin für Politologie an der Eliteuniversität Yale, reist mit Philip, ihrem Freund, der in Amerika eine glänzende Karriere als Physiotherapeut gemacht hat, nach England, um seine Eltern kennen zu lernen. Philips Verhältnis zu seinem Vater Oliver ist gespannt, hat er doch genauso unter dessen unzähligen Affären gelitten wie seine Mutter. Deshalb hat er den Kontakt zu ihm abgebrochen und ist nach Amerika gegangen. Oliver und Nadia prallen aufeinander, als hätten sie lange aufeinander gewartet. Sie reden über Politik, und Krieg, Einsamkeit und Liebe. Er stellt einfache Fragen, provoziert sie in ihrem Engagement für Demokratie und ihrer Forderung nach westlicher Intervention in Krisengebieten; sie wirft ihm seine desillusionierte Gleichgültigkeit und seinen bequemen Zynismus vor. Eingreifen oder Raushalten? Wie kann man leben angesichts der Schrecken in der Welt? Es entwickelt sich eine gefährliche Anziehungskraft zwischen diesen gegensätzlichen Charakteren. Nach anspielungsreichem Geplänkel geben beide am Ende mehr von sich preis, als sie vorhatten; z. B. berichtet Oliver, dass er seine Nobelpraxis als Nierenspezialist in London aufgegeben und sich in die ländliche Abgeschiedenheit zurückgezogen hat, weil er vor zehn Jahren einen Unfall verursachte, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Nadia berichtet von ihrer Beziehung zu einem Reporterkollegen im Kriegsgebiet, den sie wegen seiner Liebe zur Gefahr und seiner Waghalsigkeit verlassen hat. Nach ihrer Rückkehr in die USA trifft Nadia eine unerwartete Entscheidung…

Pressestimmen
Was sich während der fast zweistündigen Aufführung zwischen den Akteuren in dem auf zehn Szenen angelegten Stück ereignet, ist einfach nur atemberaubend.
Ulrike Maack hat in ihrer Regie dieses erstklassigen Stückes sehr viel Feingefühl bewiesen. Fast schon kammermusikartig werden komplizierte psychologische Prozesse auf der Bühne sichtbar und erfahrbar gemacht und das in einer Spannung, die das Stück wie einen einzigen großen Augenblick erscheinen lässt.
Roland Quinten, Emszeitung, 10.12.2008

Das Publikum genießt eine brillante Aufführung mit einem souverän agierenden Schauspielerteam, allen voran Peter Striebeck als Arzt Oliver Lucas und Marion Mitterhammer als Nadia Blye. Bei einem nächtlichen Zwiegespräch entsteht eine fast intime Vertrautheit zwischen Oliver und Nadia, als sie sich von ihrem Schuldigsein und ihren Verletzungen erzählen. Gerade in dieser Szene überzeugen Peter Striebeck und Marion Mitterhammer mit Schauspielkunst voller Intensität und Sensibilität – sie berühren die Menschen im Parkett. Zwischen den Energiepolen Oliver und Nadia steht – bald abseits – Philip, dem Benjamin Kernen in seinem Gefühlschaos gegenüber dem Vater zwischen Hass, Bewunderung und Sehnsucht nach Anerkennung sympathische Glaubwürdigkeit verleiht. Großer Applaus.
Manfred Herker, Schweinfurter Tagblatt, 20.11.2008

Aktuelles Schauspiel mit starken Darstellern und anspruchsvollen Themen.
Das Stück lebt vom bezwingenden, natürlichen Spiel der Schauspieler. Peter Striebeck ist ein abgeklärter, souveräner Oliver, der sein Lebensdilemma zu meistern versucht, Marion Mitterhammer gibt mit Emotionalität und Bühnenpräsenz Nadia, die sich ihren persönlichen Krisen endlich stellen muss. Benjamin Kernen stellt den am Wesen seines Vaters leidenden Philip verletzlich und zerrissen dar. Jacob Weigert und Dominique Siassia sind überzeugend die beiden Studenten.
Bettina Pflaum, Delmenhorster Kreisblatt, 27.11.2008

Es ist dem starken Ensemble und der schnörkellosen Regie Ulrike Maacks zu verdanken, dass Hares Stück sich als differenzierte, vor Intensität berstende Charakterstudie entpuppt.
Die Schauspieler, die den drei Charakteren Leben einhauchen, vollbringen dabei das entscheidende Kunststück, den Kontrast zwischen oberflächlicher Balance und innerer Zerrissenheit pointiert zu porträtieren: Die wutentbrannten, von Eifersucht gezeichneten Ausbrüche des so ausgeglichen und geradlinig auftretenden Philip wirken in den Händen Benjamin Kernens nicht aufgesetzt, sondern folgerichtig; und die Präzision, mit der der Schauspieler die Schattenseiten seiner Figur auch in harmlosen Momenten durchschimmern lässt, verleiht seiner Figur ungeahnte Tiefe.
Marion Mitterhammer überzeugt in den Momenten, in denen Blye ganz die erfolgreiche, schillernde Intellektuelle ist, mit derselben raumgreifenden Bühnenwirkung wie in den selbstkritischen Augenblicken schmerzhafter Introspektive.
Höhepunkt der Inszenierung ist zweifellos Peter Striebecks Darstellung des in völliger Abgeschiedenheit lebenden Arztes: Die schiere Bandbreite des Portraits – vom trockenen Spott der ersten Szenen über die subtile Manipulation, die das Gespräch in Gang setzt, hin zu der völligen Öffnung, in der der Dialog mündet – beeindruckt nachhaltig und selbst in den Momenten, in denen Lucas nur lauscht, beweist Striebeck nicht für möglich gehaltene Präsenz.
Maack gelingt in ihrer Interpretation von „Zeitfenster“ etwas, das man allzu selten antrifft – aktuelles, politisches, mutiges Theater, das auf plumpe Parolen verzichtet und bei aller Brisanz nie seine Charaktere aus den Augen verliert. Hier gilt tatsächlich: Mission erfüllt.
Aljoscha Leonhardt, Waldkraiburger Nachrichten, 16.12.2008

Gekonntes Schauspielertheater, das das Publikum mit viel Applaus bedachte.
Birgit Nolte, Haller Kreisblatt, 22.01.2009
 


Szenenfoto mit Marion Mitterhammer und Peter Striebeck

Tourneezeitraum:
ca. 23.11.2009 - 14.12.2009
 
Produktion:
EURO-STUDIO Landgraf
in Zusammenarbeit mit den
Hamburger Kammerspielen
 


Szenenfoto mit Marion Mitterhammer und Benjamin Kernen

Fotos: Joachim Hiltmann 
Links: Szenenfoto mit Peter Striebeck